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Sicherung von Kurzholz auf Straßenfahrzeugen |
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„Meldung
des Tages: Entschuldigung, Ihr Ast hängt raus! Einer
Funkstreife der Polizei Bad Lauterberg fiel am 28.11.2006 gegen 05.45 Uhr ein
Holztransporter auf, der sich durch die Stadt Bad Lauterberg bewegte und dabei
gehörig schaukelte. Bei näherem Hinsehen fiel auf, dass rechtsseitig, also zum
Bürgersteig/Radweg hin, auch noch ein Ast weit herausragte. Der Lastzug wurde
angehalten und überprüft. Er war mit kräftigen Fichtenstämmen bis über die
Rungen hinaus beladen. Die Ladung war nicht gesichert, Spanngurte waren nicht
vorhanden. Der Fahrer war nicht gerade erbaut über den mit der Kontrolle
einhergehenden Zeitverlust. Er hatte nach seinen Angaben schon zu viel Zeit
verloren, da ihm der Anhänger bereits im Wald umgekippt war. Beim Aufrichten
und Umladen hatte es dann auch noch Schäden am Fahrzeug gegeben. Bei Wägung
des Zuges, der insgesamt 40 Tonnen hätte auf die Waage bringen dürfen, wurden
dann gut 58 Tonnen gewogen. Die Weiterfahrt wurde untersagt. Der Zug musste in Nähe
der Waage abgeladen werden (Die Ladung reicht ja auch schließlich für zwei
Transporte).“ Bis
zum Jahr 2004 lagen für die Sicherung von Holztransporten nur rudimentäre
Erkenntnisse vor. Viele der komplexen physikalischen Zusammenhänge, die während
des Transportes von Kurzholz auf den Fahrzeugen wirken, waren unerforscht. Die
Beurteilung der Ladungssicherung orientiert sich zwar an den VDI-Richtlinien
2700, aber diese Richtlinien werden den Besonderheiten dieser sehr
unterschiedlichen Naturprodukte nicht gerecht. Im Jahr 2003 hat sich eine
interdisziplinäre Arbeitsgruppe mit Vertretern aus der Versicherungswirtschaft,
Polizei, Wissenschaft, holzverbrauchenden Industrie und Transportwirtschaft
konstituiert, um in einer Versuchsreihe erste gesicherte Erkenntnisse zum
Verhalten von Kurzholz (Rohholz) zu gewinnen. Zwei
Versuchsreihen, die von der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen und dem
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Auftrag gegeben wurden,
haben umfangreiche Messergebnisse und Erkenntnisse über das Verhalten von
Rohholz unter dynamischen Bedingungen erbracht. Diese Versuche sind von Herrn
Prof. Podzuweit (Fachhochschule München) wissenschaftlich begleitet und im
Versuchsbericht „Sicherung von Kurzholz
auf Straßenfahrzeugen“ dokumentiert worden. Dieser Versuchsbericht bildet
gemeinsam mit Untersuchungen, die im Vereinigten Königreich nach tödlichen Unfällen
mit Rohholztransporten in Auftrag gegeben wurden, die erste Basis zur separaten
fachlichen Beurteilung der physikalischen Zusammenhänge für die Sicherung von
Rohholz beim Straßentransport. Die Berichte des Forschungsvorhabens und der
weiteren Versuche im Jahr 2006 bilden neben mehreren Reibbeiwertversuchen die
Grundlage für die „Verladeempfehlungen für Rohholz (bis 6 Meter), quer/längs
geladen, zur Ladungssicherung für den Straßentransport“. Diese
Empfehlungen wurden unter Beteiligung der verschiedensten
Institutionen aus der Wirtschaft, Polizei, BAG und
Ministerien erarbeitet und erfreuen sich somit einer breiten Akzeptanz. Manfred
Sommer
Holger Lemmer
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