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des Monats - April 2009 |
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Ladungssicherung und Unfallgeschehen
oder: Kaum macht man´s richtig, schon funktioniert´s |
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Nicht, dass unsere treue Leserschaft nun vollkommen konsterniert ist und gar meint, dass der Stil dieser Seite vollkommen abgerutscht ist. Nein, weit gefehlt. Wir meinen natürlich die Ladungssicherung, die so gut war, dass sie sogar diesen Unfall überstehen konnte.
Die Ladungssicherung und der Unfall sollen auch das Thema dieses Monats sein. Die Ladungssicherung muss den normalen Belastungen im Straßenverkehr standhalten. Diese werden in den VDI-Richtlinien (Stand der Technik) weitestgehend widergespiegelt. Weitestgehend deswegen, weil die Technik heute schon so weit ist, dass z. B. durch Fahrerassistenzsysteme regelmäßig mit voll beladenen Fahrzeugen 0,75 g an Bremsbescheunigung erreicht werden. Was bleibt da noch übrig für eine Kumulierung eines Brems- und Ausweichmanövers?
Was ist ein Zwischenfall? Für unsere Betrachtung können wir die Definition vereinfachen:
Die A und B-Säule sind bei der Touchierung abgetrennt worden. Die Beschleunigungen für die Ladung müssen erheblich gewesen sein (Abbildung 2).
Der dritte Baum wurde hauptsächlich von der Ladefläche getroffen (Abbildung 3). In unserem Fall kam das Fahrzeug (warum auch immer) von der Fahrbahn ab. Es touchierte einen Baum, wodurch erhebliche Beschleunigungen generiert wurden. Die Beschleunigungen wirkten auch auf der Ladefläche. Da nicht überliefert ist, wie gesichert war und auch nicht wie geladen war, sind die folgenden Beschreibungen reine Annahmen. Wir nehmen an, dass die Papierrollen auf RH-Matten standen und, wie auf den Bildern zu sehen, nicht formschlüssig gegen die Stirnwand geladen waren. Die Anzahl der Gurte lässt vermuten, dass die Rollen jeweils über kreuz doppelt niedergezurrt waren. Ein Teil der Gurte wurde bei der Touchierung des Baumes abgerissen, konnte aber im Moment der größten Bescheunigung, als die Fahrerkabine den Baum traf, noch mit die Ladung halten. Wahrscheinlich haben die Rollen eine Kombination aus Kippbewegung und Rutschen absolviert. Durch die Beschleunigung kippten die Rollen in die "elastischen" Gurte. Diese wurden gedehnt und holten die Rollen wieder zurück. Bei einer Dehnung in den Grenzbereich der Bruchdehnung hinein stand die "freie" Ladungsbewegung und der Ladungssicherungsunfall kurz bevor. Da nicht überliefert ist, ob die Gurte vom Unfall abgestreift wurden, ist auch denkbar, dass die ersten Gurte auch schon gebrochen sind. Glück gehabt!
Die Ladefläche weist vorne rechts erhebliche Verformungen auf, was auf die Energie hinweist, die hier umgesetzt wurde (Abbildung 4). Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat sich die Ladung auf der Ladefläche bewegt (Zwischenfall). Dabei hat sie ggf. die Ladungssicherungsmittel "mitgenommen" und, zumindest teilweise, weiter gespannt. Diese Spannung kann weit in den Überdehnungsbereich hinein gereicht haben. In diesem Fall hat sich das Ladungssicherungsmaterial überdehnt und die Spannschlösser haben sich möglicherweise verbogen. Sie sind nach einem derartigen Zwischenfall sicher ablegereif, da überlastet, aber sie haben verhindern können, dass die Ladung ungebremst nach vorne "geschossen" ist und dabei den Fahrer in eine lebensbedrohliche Situation gebracht hätte. Ist die Ladungssicherung richtig ausgelegt, dann hält sie bis zu den Grenzen, wie sie in der VDI 2700 ff angegeben sind. Da in den Ladungssicherungsmitteln noch Sicherheiten stecken, hält sie noch weit über diese Anforderungen hinaus. Ist die Ladungssicherung dann noch großzügig dimensioniert, weil das Ladungssicherungsmittel, die Zurrart und oder das Fahrzeug es gerade hergeben, dann hält die Ladungssicherung noch weiter in das Unfallgeschehen hinein. In diesem Fall hat die Ladungssicherung dem Fahrer wahrscheinlich das Leben gerettet. Wäre der Unfall an einem anderen Ort passiert, z. B. auf der Autobahn, dann hätte die Ladungssicherung nicht nur das Leben des Fahrers gerettet, sondern ggf. eine Vielzahl von Menschenleben. So verhindert gute Ladungssicherung nicht nur Zwischenfälle, sondern wirkt noch weit in das Unfallgeschehen hinein schadenmindernd.
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