Foto
des Monats - Februar 2010 |
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Der 2. Geburtstag ... oder Mikado für Große | |
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Ein Sattelkraftfahrzeug fuhr durch eine
Rechtskurve. In dieser Kurve verlor das Fahrzeug einen Teil
seiner Ladung. Ein entgegenkommender Pkw konnte nicht mehr
ausweichen und fuhr in diese Ladung. Die Ladung bestand aus
Leimholzbindern. Die
Fahrerin des Pkw hatte Glück im Unglück! Wie
sie uns auf Nachfrage mitteilte, handelte es sich bei Straße,
auf der sie hier mit ihrem Pkw fuhr, um eine kurvige, unübersichtliche
Strecke. Sie verletzte sich dabei "nur" leicht an der linken
Hand.
Was
hat zu diesem gefährlichen Ereignis geführt? Es
wurden mehrere Leimholzbinder auf der Plattform des
Sattelaufliegers transportiert. Sie hatten verschiedene
Querschnitte und waren jeweils zu zweit in Folie eingewickelt. Auf dieser ersten Ladung lagen dann weitere drei Pakete mit Bindern, die auch in Folie eingewickelt waren. Hier bestand die Reibpaarung aus Folie auf Folie. Die Folie ist sehr glatt, sodass man den Reibwert µ mit maximal 0,2 annehmen kann. Nach Angaben der Beteiligten vor Ort war die
Ladung in der Form von Niederzurrungen "gesichert". Es
steht nicht ganz fest, ob zwei oder drei Zurrgurte verwendet
wurden. Bei den Zurrgurten handelte es sich um Gurte mit einer
LC von 2500daN und die verwendeten Langhebelratschen wiesen auf
dem Etikett eine STF von 500daN aus. Die Leimholzbindern hatten ein Gesamtgewicht von etwa 3.000kg.
Welche
Sicherungskraft war
erforderlich? Um die Ladung ausreichend zu sichern, sind mindestens folgende Sicherungskräfte zu erbringen: nach vorn 0,8 x FG = 0,8 x 3000 = 2.400daN zur Seite und nach hinten 0,5 x FG = 0,5 x 3000 = 1.500daN Da rundum kein Formschluss vorhanden war, ist die gesamte Sicherungskraft durch die Reibkräfte und durch die Niederzurrungen zu erbringen. Was für Sicherungskräfte waren vorhanden? Die Reibung wurde mit etwa µ = 0,2 eingegrenzt. Das bedeutet, dass das 0,2-fache des
Ladungsgewichtes durch Reibung gesichert ist. Das sind hier 600daN. Die Gurte bringen somit insgesamt eine Sicherungskraft von 450daN. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass die Gurte nicht in einem optimalen 90°-Winkel abgespannt wurden. Das führt zu weiteren Verlusten bei der Sicherungskraft. Reibung und Niederzurrkräfte erbringen nun eine
Gesamtsicherungskraft von 1.050daN.
Es
ist daher nicht verwunderlich, dass die Ladung sich hier selbständig
machte. Allein die schlechte Wegstrecke reichte aus, dass sich
die Leimholzbinder durch die andauernden Vertikalstöße von der
Ladefläche verabschiedeten.
Wie
kann man diese Ladung, einfach und schnell, ausreichend gegen
ein solches Ereignis sichern? 1.
Gebot - saubere Ladefläche Wenn
man alles diese "Gebote" beachtet, ist es ein
Leichtes, diese Ladung zu sichern. Man
verwendet reibungserhöhende Matten, die bei einem Reibwert von
ca. µ = 0,5 die Ladung, bei formschlüssiger Verladung gegen
die Stirnwand, schon auseichend sichert. Nun muss eine
Niederzurrung mit mindestens zwei Spanngurten nur noch dafür
sorgen, dass die hohe Reibungskraft auch während der Fahrt
aufrecht erhalten wird. Bleibt
nun noch der Wunsch an die Pkw-Fahrerin , dass sie nie wieder in
eine solche Situation gerät.
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