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Verkehrs- und Ladesituation:
Sattelkraftfahzeug musste verkehrsbedingt auf BAB (Baustelle) aus ca. 20 km/h eine Vollbremsung einleiten:
Ladung: Vierkant -Stahlrohre geölt, gebündelt, verschiedene Abmessungen
Pritschenboden: Siebdruckplatten; Unterleghölzer: Kanthölzer 60 x 80 mm hochkant
Ladung war mit insgesamt 10 Spanngurten, LC 2500 daN, mit Druckratsche niedergezurrt
Bei Bremsung sind 4 Gurte gerissen
Ladungsversatz nach vorne bis 4,30 m, im Stirnwandbereich bis 1,50 m (einzelne Rohre rutschten aus dem Bündel heraus
| vorderer Stapel |
hinterer Stapel |
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Foto: M. Sommer

Foto: M. Sommer

Foto: M. Sommer

Foto: M. Sommer
Beurteilung der Verladung und Sicherung
Bei diesem Verladebeispiel wurden drei Kardinalfehler gemacht!!
- Ein Fehler ist das Unterlegen von rechteckformatigen Hölzern hochkant. Grundsätzlich sind rechteckformatige Unterleghölzer für den Transport zu empfehlen, aber nur wenn sie mit ihrer breiten Seite auf die Ladefläche gelegt werden. So liegen sie stabil. "Stehen" sie auf ihrer schmalen Seite neigen sie zum Umkippen. Dies passiert schon bei den kleinsten Beschleunigungen in Längsrichtung. Die Hölzer kippen um, die Ladung liegt in diesem Fall 2 cm tiefer und die Gurte, die zur Niederzurrung eingesetzt wurden, werden um ca. 4 cm "entlastet". Das bedeutet, dass sich die Sicherungsmittel wahrscheinlich komplett, oder zumindest zu einem hohen Prozentsatz, "entspannen" und keinerlei Vorspannung mehr wirkt.
- Ein Fehler ist die gewählte Sicherungsart. Die aus Korrosionsschutzgründen eingeölten Rohre haben für die Ladungssicherung keine verwertbare Reibung mehr. Die Ladung muss in alle vier Freiheitsgrade (Vorne, Hinten und beide Seiten) voll gesichert werden. Das heißt z.B. für die Vorausrichtung, dass 80 Prozent der Gewichtskraft an Sicherungskraft aufgebracht werden müssen. Daher scheidet die gewählte Sicherungsart - Niederzurren - in diesem Fall vollkommen aus.
Das bedeutet, dass eine Direktsicherung die einzige Sicherungsmöglichkeit ist. Dies müssten in diesem Fall Umspannungen zu beiden Seiten nach vorne und nach hinten sein. Besonders erschwerend kommt hinzu, dass die Ladung nicht verpackt ist und somit zum "Verschießen" neigt. Mit dem Begriff Verschießen wird die Tatsache beschrieben, dass die einzelnen Rohre, wie in diesem Fall auch geschehen, im Belastungsfall aus dem Bündel herausrutschen. Somit muss eine Ladungssicherungsmaßnahme auch Aufgaben der Verpackung mit erfüllen. Durch senkrecht vor die Ladung gestellte Vierkantbalken, Paletten, Sperrholzplatten oder andere Hilfsmittel, müssen belastungsfähige Abstützungen "gebaut" werden, die ihrerseits durch Direktzurrungen gesichert werden können.
- Ein Fehler, der nur bedingt als solcher gewertet werden kann, da aufwändige Ladungssicherungsmaßnahmen dieses Manko beheben können, ist die Wahl des Fahrzeuges. Wahrscheinlich wurde aus Lastverteilungsgründen darauf verzichtet, die Stirnwand, die immerhin 5.00daN an Sicherungskraft bietet, mit in die Verladung bzw. in die Ladungssicherung einzubeziehen. Ein Fahrzeug mit belastungsfähigen Ladeflächenbegrenzungen wäre hier sicher eine bessere Wahl gewesen. Beispiel ist eine gekröpfte Ladefläche, eine speziell verstärkte Stirnwand, Rungen, die zu "künstlichen" Stirnwänden in die Ladefläche eingesetzt werden können, oder auch mobile Stirnwände die z.B. durch "Hülsen" über Rungen gesichert werden.
Merke:
Eine Ladungssicherung, die sich von alleine ergibt ist die beste und auch die wirtschaftlichste.
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